Informationsportal Deutschland

Leitungswasser
verstehen.

Sachliche Fakten zu Wasserhärte, Trinkwasserberichten, Filtern und Plastikflaschen. Keine Werbung, kein Verkauf. Nur Daten.

Frisches Leitungswasser in einem klaren Glas
Karte der Wasserhärte in deutschen Regionen
Plastikflaschen als Umweltproblem
Wasserfilter an einer Küchenarmatur
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Kalkablagerungen an einer Armatur als Zeichen harten Wassers
Kalkschutz verstehen
Wasserhärte in Deutschland

Was bedeutet Wasserhärte eigentlich?

Wasserhärte beschreibt den Gehalt an gelösten Calcium- und Magnesiumionen im Trinkwasser. Je mehr dieser Mineralsalze vorhanden sind, desto "härter" gilt das Wasser. In Deutschland variiert die Wasserhärte erheblich zwischen Regionen.

Seit 2007 gilt in Deutschland eine neue Einteilung nach der Wasch- und Reinigungsmittelgesetz-Novelle: weich (unter 8,4 °dH), mittel (8,4 bis 14 °dH) und hart (über 14 °dH). Diese Einteilung findet sich auf Geschirrspülmittelpackungen und ist für die Dosierung relevant.

Ihre Stadtwerke sind gesetzlich verpflichtet, die Wasserhärte auf Anfrage mitzuteilen
Das Umweltbundesamt führt eine öffentliche Datenbank mit regionalen Messwerten
Kalk ist gesundheitlich unbedenklich, beeinflusst aber Geräte und Geschirr
Weiches Wasser ist nicht automatisch besser als hartes

So finden Sie Ihre Wasserhärte

Rufen Sie die Website Ihrer Stadtwerke auf oder nutzen Sie das Portal des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW). Geben Sie Ihre Postleitzahl ein. Alternativ genügt ein kurzer Anruf beim Versorger.

Trinkwasserbericht

Was steht im Trinkwasserbericht?

Jeder Wasserversorger in Deutschland ist nach der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) verpflichtet, seine Kunden über die Qualität des gelieferten Wassers zu informieren. Die meisten Stadtwerke veröffentlichen diese Berichte jährlich auf ihrer Website.

Im Bericht finden Sie Messwerte für Parameter wie Nitrat, Blei, Kupfer, pH-Wert, Trübung und mikrobiologische Kenngrößen. Neben dem gemessenen Wert steht stets der gesetzliche Grenzwert nach TrinkwV 2023. Liegt der Messwert darunter, ist das Wasser einwandfrei.

Mikrobiologische Parameter

Coliforme Bakterien, E. coli und Legionellen werden regelmäßig untersucht. Öffentliches Leitungswasser muss diese Grenzwerte einhalten.

Chemische Parameter

Nitrat, Schwermetalle und organische Verbindungen. Werte werden an verschiedenen Messpunkten im Netz erfasst.

Physikalische Kenngrößen

pH-Wert, Leitfähigkeit und Trübung geben Aufschluss über die Beschaffenheit des Wassers.

Trinkwasserbericht einer deutschen Stadtwerke auf einem Schreibtisch
Stiftung Warentest

Was sagen Tests zu Wasserfiltern?

Stiftung Warentest hat Tischwasserfilter mehrfach untersucht. Die Ergebnisse sind differenziert und hängen stark vom jeweiligen Leitungswasser ab.

Mögliche Vorteile

  • Kann Chlorgeschmack reduzieren, wenn Wasser stark gechlort ist
  • Kann bei alten Bleileitungen (vor 1973 verlegt) Schwermetalle mindern
  • Verändert in manchen Fällen den subjektiv wahrgenommenen Geschmack
  • Einige Modelle reduzieren Kalk und schonen Wasserkocher

Kritische Befunde

  • Filterpatronen müssen regelmäßig gewechselt werden, sonst können Keime entstehen
  • Mineralien wie Calcium und Magnesium werden teilweise herausgefiltert
  • Bei einwandfreiem Leitungswasser ist kein messbarer Vorteil nachweisbar
  • Kosten für Patronen können erheblich sein

Empfehlung des Umweltbundesamtes

Das Umweltbundesamt empfiehlt Tischwasserfilter nur in begründeten Einzelfällen, beispielsweise bei nachgewiesener Bleibelastung durch alte Hausinstallationen. In den meisten deutschen Haushalten ist Leitungswasser ohne Filter genusstauglich und hygienisch einwandfrei.

Sprudelwasser aus einem Wassersprudler in einem Glas
Sprudelwasser aus dem Hahn

Wie funktioniert ein Wassersprudler?

Ein Wassersprudler, auch Carbonator genannt, löst Kohlendioxid (CO2) unter Druck in Wasser. Das CO2 stammt aus einer auswechselbaren Druckgasflasche. Wenn Sie den Knopf drücken, öffnet ein Ventil und lässt das Gas in das Wasser strömen.

Das Leitungswasser wird dabei nicht erhitzt oder behandelt. Es wird lediglich mit Gas versetzt. Je kälter das Wasser, desto mehr Kohlensäure löst sich darin. Deshalb empfiehlt es sich, das Wasser vor dem Sprudeln zu kühlen.

01

Druckgasflasche einsetzen

CO2-Zylinder wird in den Sprudler eingeschraubt oder eingerastet. Standard-Zylinder sind nachfüllbar oder tauschbar.

02

Flasche mit Leitungswasser füllen

Die mitgelieferte Flasche wird mit frischem, möglichst kaltem Leitungswasser befüllt und in den Sprudler eingesetzt.

03

Kohlensäure einleiten

Ein oder mehrere Druckhübe setzen das CO2 frei. Die Menge bestimmt den Sprudelgrad.

04

Sofort genießen

Das fertige Sprudelwasser kann direkt getrunken werden. Mit Deckel hält es sich gekühlt einige Stunden.

Ökologie und Finanzen

Plastikflaschen: Eine kritische Betrachtung

Einwegplastikflaschen für Mineralwasser haben eine komplexe Umweltbilanz. Herstellung, Transport, Kühlung und Entsorgung erzeugen CO2 und verbrauchen Ressourcen. Das Pfandsystem in Deutschland ist gut ausgebaut, dennoch landet ein Teil der Flaschen im Abfall oder in der Umwelt.

Finanziell gesehen ist Leitungswasser deutlich günstiger als abgefülltes Mineralwasser. Bundesweit kostet ein Liter Leitungswasser nach Angaben der Wasserversorger einen Bruchteil eines Liters Flaschenwasser. Über ein Jahr hinweg kann sich das erheblich summieren.

Leitungswasser

  • Kurze Transportwege
  • Kein Verpackungsmüll
  • Streng kontrolliert nach TrinkwV
  • Sehr geringe Kosten pro Liter

Flaschenwasser

  • Langer Transport vom Quellort
  • Plastik- oder Glasverpackung nötig
  • Kontrolliert nach Mineral- und Tafelwasserverordnung
  • Deutlich höhere Kosten pro Liter
Plastikflaschen als Umweltproblem
Transparenz und Quellen

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Umweltbundesamt

Amtliche Behörde für Umweltschutz und Trinkwasserqualität in Deutschland. Betreibt die nationale Trinkwasser-Datenbank.

Trinkwasserverordnung

Rechtsgrundlage für Qualitätsanforderungen an Trinkwasser in Deutschland. Fassung 2023 mit aktualisierten Grenzwerten.

Stiftung Warentest

Unabhängige Verbraucherorganisation, die Produkte und Dienstleistungen testet. Tests zu Wasserfiltern seit den 1990er Jahren.

DVGW

Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches. Technisch-wissenschaftliche Vereinigung mit Daten zu regionaler Wasserversorgung.

Öko-Institut

Unabhängiges Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit. Erstellt Lebenszyklusanalysen zu Verpackungen und Wasserversorgung.

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